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Zukunftsgeflüster – die Nachhaltigkeitsinterviews: Teil 1: Wie Radfahren an der Michelsenschule Schule macht – Herr Lösche im Interview

Am Ende des vergangenen Schuljahres haben unsere Umweltratsvorsitzenden aus dem SJ 2024/25 Lena Bednarz und Fiona Nelke drei spannende Interviews geführt. Ihr Ziel war es, die vielfältigen Nachhaltigkeits-Projekte der Michelsenschule sichtbar zu machen und in die Schulöffentlichkeit zu tragen. Eines dieser Interviews fand mit Herrn Lösche über das Projekt „Stadtradeln“ statt.

Wenn im Frühsommer überall in Hildesheim die Kilometerzähler heiß laufen, ist die Michelsenschule mittendrin: Beim Stadtradeln treten Schüler*innen und Lehrkräfte unserer Schule kräftig in die Pedale – und das mit Erfolg.

Im Jahr 2024 gewann die Michelsenschule den Wettbewerb der Schulen und sicherte sich damit den ersten Platz unter allen teilnehmenden Hildesheimer Bildungseinrichtungen. In diesem Jahr reichte es immerhin noch für einen hervorragenden 3. Platz, direkt hinter dem Gymnasium Himmelsthür und der IGS Robert Bosch.

Initiator der Aktion ist Thomas Lösche, Sportlehrer und Verantwortlicher für das Mobilitätskonzept der Michelsenschule. Bereits seit 2021 organisiert er die Teilnahme der Schule am Stadtradeln. Die Idee dazu kam ihm während der Corona-Zeit, als Bewegung und gemeinschaftliche Aktionen besonders fehlten.

„Ich wollte einfach mal sehen, ob überhaupt ein paar Schüler mitmachen – und war überrascht, wie gut das angenommen wurde“, erzählt Lösche. Einige Schülerinnen und Schüler hätten in dieser Zeit ihre Begeisterung für das Fahrradfahren neu entdeckt. Manche seien seither regelmäßig mit dem Rad unterwegs – teils sogar aus weiter entfernten Orten wie Sibbesse oder Baddeckenstedt.

Doch für Lösche geht es beim Stadtradeln um mehr als sportlichen Ehrgeiz oder Wettbewerb: Es ist ein Beitrag zu einer nachhaltigeren Mobilität. „Ich fahre seit 18 Jahren jeden Tag mit dem Fahrrad zur Schule – egal bei welchem Wetter“, sagt er. „In der Zeit sind über 70.000 Kilometer zusammengekommen. Wäre ich das alles mit dem Auto gefahren, hätte ich rund 4000 Liter Benzin verbraucht.“

Ein solches Engagement soll Vorbild sein – auch für Kolleginnen und Kollegen. Zwar nehmen jedes Jahr einige Lehrkräfte teil, doch Lösche wünscht sich mehr Beteiligung: „Gerade wer in Hildesheim wohnt, könnte das gut schaffen. Oft gibt es einfach zu viele Ausreden.“

Neben Motivation und Vorbildern sieht Lösche auch die Rahmenbedingungen als entscheidenden Faktor: „Wir haben zu wenige Fahrradständer. Wenn mal gutes Wetter ist, sind die Ständer voll. Da überlegt sich mancher zweimal, ob er das Rad nimmt oder lieber den Bus.“ Er plädiert dafür, das Schulgelände fahrradfreundlicher zu gestalten – etwa mit zusätzlichen Stellplätzen am neuen Schülerparkplatz.

Die Michelsenschule nimmt seit 1994 am Projekt „Umweltschule in Europa / Internationale Nachhaltigkeitsschule“ teil und trägt diese Auszeichnung seither ununterbrochen. In diesem Jahr zählt das Stadtradeln zu den eingereichten Projekten, mit denen das Engagement der Schule für nachhaltige Mobilität sichtbar wird. Das Thema wird dabei nicht nur praktisch gelebt, sondern auch in verschiedenen Fächern aufgegriffen und reflektiert – so wird Nachhaltigkeit an der Michelsenschule als gemeinsame Aufgabe verstanden und im Schulalltag fest verankert. Vielen Dank, Herr Löscher, für die Inspiration und Ihr Engagement!