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Der 9. Jahrgang im Theater: Was geschah mit Agatha Christie?

Im Rahmen der Partnerschaft „Kulturkompliz_innen“ mit dem Theater für Niedersachsen (tfn) besuchte der 9. Jahrgang am Donnerstag, 4. Juni 2026, das Krimi-Musical „vermisst! was geschah mit agatha christie“ im Stadttheater Hildesheim (ThiM).

Ein ungelöstes Rätsel wird zum Bühnenkrimi

Das Musical greift ein bis heute faszinierendes Kapitel aus dem Leben der berühmten Krimiautorin Agatha Christie auf. Im Dezember 1926 wurde ihr Auto verlassen an einem See gefunden – von der Schriftstellerin selbst fehlte jedoch jede Spur. Erst zehn Tage später tauchte Christie wieder auf und erklärte, unter Gedächtnisverlust zu leiden. Bis heute ist unklar, was in dieser Zeit tatsächlich geschah. Genau diese rätselhafte Lücke füllt das Musical mit einer spannenden Geschichte voller überraschender Wendungen. Dabei orientiert es sich an den historischen Ereignissen, entwickelt jedoch eine eigene Interpretation.

Vom Klassenraum auf die Probebühne

Damit die Schülerinnen und Schüler gut vorbereitet in die Vorstellung gehen konnten, fand bereits im Vorfeld ein einstündiger Workshop auf der Probebühne des Theaters statt. Theaterpädagogin Bettina Braun führte sie zunächst an die typischen Merkmale eines klassischen Krimis heran. Anschließend wurde es kreativ: In Kleingruppen entwickelten die Schülerinnen und Schüler eigene Hotelszenen. Requisiten und Kostüme standen bereit, darunter zwei Gegenstände, die in die Handlung eingebaut werden mussten: eine Pistole und ein rotes Kleid. Zusätzlich bestand die Herausforderung darin, einen Rückblick zu inszenieren, der erklärte, wie es überhaupt zu der dargestellten Situation gekommen war. So konnten die Jugendlichen nicht nur selbst in verschiedene Rollen schlüpfen, sondern zugleich wichtige Gestaltungsmittel kennenlernen, die ihnen später auch im Theaterstück wieder begegneten.

Die Hauptdarstellerin zu Gast: Theater hautnah erleben

Ein weiterer Höhepunkt folgte nach dem Theaterbesuch: Die Hauptdarstellerin Marion Wulf war zu Gast in der Michelsenschule. Offen und anschaulich berichtete sie von ihrer Rolle, den Besonderheiten der Inszenierung und den Herausforderungen des Schauspielberufs.

Besonders eindrücklich waren die Einblicke in die Arbeitsbedingungen an deutschen Theatern: Sie sprach über befristete Engagements, vergleichsweise niedrige Gehälter und die hohe Flexibilität, die der Beruf verlangt. Darüber hinaus thematisierte sie aus einer feministischen Perspektive die häufig klischeehaften und überholten Frauenbilder, die in vielen älteren Theaterstücken bis heute fortgeschrieben würden.

Mehr als nur ein Theaterbesuch

Das Krimi-Musical erwies sich als spannendes und zugleich anspruchsvolles Theaterstück. Insbesondere die verschiedenen Zeitebenen verlangten den Zuschauerinnen und Zuschauern Aufmerksamkeit ab. Dabei war der Theaterbesuch weit mehr als eine klassische Vorstellung: Vor allem der vorbereitende Workshop und eine intensive Nachbereitung machten das Projekt zu einem nachhaltigen Erlebnis.

Unser Dank

Ein herzlicher Dank gilt Marion Wulf für ihren Besuch und die offenen Gespräche mit unseren Schülerinnen und Schülern. Ebenso bedanken wir uns bei Bettina Braun für den engagierten theaterpädagogischen Workshop sowie bei Frau Sohr für die Organisation und Gesamtkoordination.

C.Simoneit