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Bio-Gemüse und Hightech im Kuhstall – FST2 unterwegs zwischen Möhre und Milch

Ende Februar tauschte die FST2 das Klassenzimmer gegen Gummistiefel-Realität – und bekam gleich doppelt Praxis pur geboten: erst Bio-Gemüse in Hochgeschwindigkeit, dann Milchviehhaltung mit Feintuning.

Möhren mit Tempo – Besuch bei Weserbio

Dank guter Kontakte ging es zunächst zur Weserbio-Gemüse GmbH in Steyerberg. Das 2019 gegründete Unternehmen kümmert sich um alles rund ums Bio-Gemüse: Vermarktung, Verarbeitung, Verpackung – vom Feld bis ins Supermarktregal.

Geschäftsführer Leonard Till-Reineke nahm die Klasse mit auf eine Tour durch Entwicklungsgeschichte und Biomarkt-Analyse. Schnell wurde klar: Bio ist längst kein Nischenprodukt mehr, sondern ein Markt mit Dynamik – und Herausforderungen.

Besonders beeindruckend: die Möhrenwaschanlage und die fotooptische Sortierung. In atemberaubender Geschwindigkeit werden hier Möhren gescannt, geprüft und sortiert. Jede kleine Schadstelle wird erkannt – schneller, als man selbst „Biomöhre“ sagen kann.

Auch Logistik, Wasseraufbereitung und Standortfragen kamen zur Sprache. Der Betrieb wächst – doch die Nähe zu einem FFH-Gebiet setzt Grenzen. Deshalb expandiert Weserbio bereits nach Brandenburg und NRW.

Nach zwei Stunden war klar: Beim nächsten Griff zur Bio-Möhre im Supermarkt wird die FST2 ziemlich genau wissen, wo sie herkommt – zumindest im norddeutschen Raum.

Von dunklen Ställen zu lichtdurchfluteten Hallen – Milchviehbetrieb Backhaus

Weiter ging es in die Wedemark zum Milchviehbetrieb Backhaus. Nach einem willkommenen Mittagsimbiss (der Februar zeigte sich wettertechnisch wenig kooperativ) führte Betriebsleiterin Louisa Hüper über das Gelände – und gleichzeitig durch mehrere Jahrzehnte Stallbaugeschichte.

Ein niedriger, dunkler Stall aus den 60ern dient heute nur noch als Unterstand. Der hellere 90er-Jahre-Stall beherbergt aktuell das Jungvieh – aber auch hier sind bereits Veränderungen geplant.

Der moderne Milchviehstall hingegen wirkt fast wie eine Kathedrale für Kühe: hoch, lichtdurchflutet, gut belüftet. Frau Hüper erklärte anschaulich, welche Auswirkungen unterschiedliche Laufflächen haben, welche Erfahrungen der Betrieb mit verschiedenen Untergründen gemacht hat – und warum selbst kleine Details große Effekte haben können. Ein veränderter Ventilatorwinkel oder neue Tränken können über Tierwohl und Arbeitsaufwand entscheiden.

Besonders eindrucksvoll war die konsequente Prozessoptimierung. Das Motto:
„Eine Minute pro Tag gespart ergibt sechs Stunden im Jahr.“

Ob bei der Futtermischung oder im Melkstand – Effizienz ist hier kein Schlagwort, sondern gelebte Praxis.

Zwei Betriebe, zwei ganz unterschiedliche Schwerpunkte – und jede Menge Einblicke in moderne Landwirtschaft zwischen Marktanalyse, Hightech-Sortierung und Kuhkomfort.

Ein herzliches Dankeschön an beide Unternehmen für Zeit, Offenheit und viele neue Perspektiven.